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Um schon in der Vorbereitung für das Festival möglichst breite Beteiligungsmöglichkeiten zu eröffnen, veranstalten wir offene Treffen in unterschiedlichen Regionen Deutschlands. Das erste fand am 26.1. in Berlin statt, das zweite am 23.3. in Essen.

Auf diesem Treffen haben wir an einzelnen Punkten sehr intensiv debattiert und vereinbart, dass wir uns als Veranstalter*innen noch einmal melden, wie wir mit den Ergebnissen der Diskussion weiterarbeiten.

1) Aufwandsentschädigungen und Honorare

Es gab starke Kritik daran, dass wir (bzw. die RLS als große Institution) nicht generell Honorare einkalkuliert haben, da dies von Armut betroffene Menschen ausschließe und auch politische Arbeit nicht als Arbeit anerkenne.

Im Anschluss an diese Diskussion haben wir einige Umschichtungen im Budgetplan vorgenommen und folgende Regelungen gefunden:

Insgesamt geht es uns bei dem Festival hauptsächlich darum, dass sich Aktive und Interessierte treffen, austauschen und darüber diskutieren, wie beispielsweise der weltweiten rechten Bedrohung eine emanzipatorische und feministische Kraft entgegen gesetzt werden kann. Unser Ziel ist es deshalb, ein Treffen zu ermöglichen, das uns untereinander stärkt (Empowerment) und einen politischen Mehrwert hat. Darauf wollen wir den Fokus richten. Es geht dabei also weniger um professionelle Dienstleistungen, wie auf anderen Konferenzen, sondern um eine Begegnung auf Augenhöhe.

Menschen, die prekär leben, wollen wir die Teilnahme vor allem darüber ermöglichen, dass wir Anreise und Unterkunft finanzieren. Für viele ist auch schon die kurze Pause aus dem Alltag eine seltene und wichtige Möglichkeit. Darüber hinaus werden wir nun aber für aktive Beiträge Aufwandsentschädigungen zahlen.

Ein*e der Bückenbauer*innen, Francis, hat uns in dieser Entscheidung begleitet, und uns auch auf die Scham aufmerksam gemacht, die damit einhergeht, um eine Aufwandsentschädigung zu bitten, wenn diese nicht von Anfang an vorgesehen ist. Dies haben wir nun verändert. Sollten hier noch Fragen offen sein, können sich Menschen auch direkt bei Francis melden.

Darüber hinaus gibt es Menschen, die auf dem Festival etwas anbieten werden, womit sie gewöhnlich ihr Geld verdienen. Dazu gehören Künstler*innen aber auch politische Bildner*innen. Ihnen werden wir – wie von Beginn an geplant – Honorare zahlen.

Wir werden weiterhin versuchen, unsere finanziellen Ressourcen so einzusetzen, dass jenseits der aktiv Beitragenden, möglichst viele Menschen kostengünstig teilnehmen können – etwa über gemeinsame Busanreisen, eine Bettenbörse, Kinderbetreuung und möglichst umfangreiche verschiedene Übersetzungsangebote. Auch das kostet viel Geld, ist uns jedoch politisch sehr wichtig.

2) Kooperationspartner*innen

Ein weiterer Punkt war die Frage, wie diejenigen, die Workshops anbieten, als Beitragende des Festivals sichtbar werden können und nicht hinter den großen Namen der Veranstalter*innen ‚verschwinden’. Dafür möchten wir – wie bereits bei der Aktionskonferenz Care Revolution im Frühjahr 2014 – eine Liste an Kooperationspartner*innen auf der (entstehenden) Webseite sichtbar machen. Also alle Gruppen oder Initiativen, die sich organisatorisch oder ideell am Festival und seiner Idee beteiligen. Das kann so aussehen: https://care-revolution.org/gruppen/

Wenn Ihr also Kooperationspartner*in werden wollt, dann meldet Euch bei uns: femfest@rosalux.org

3) Geschlossene Räume für Frauen, Lesben, Trans- Inter- und queere Personen (FLTIQ*)

Von Anfang an war für uns – als gemischtgeschlechtliche Veranstalter*innen – klar, dass das Treffen für alle Geschlechter offen sein soll. Unsere Brückenbauer*in Atlanta hat zudem darauf hingewiesen, dass eine Beschränkung auf FLTIQ* für manche Menschen ein Zwangsouting bedeuten würde. Auf dem Treffen wurde aber der Wunsch geäußert, dass es einen zeitlichen und/oder räumlich abgetrennten Bereich geben soll, der nur für Frauen*, Lesben, Trans- Inter- und queere Personen (FLTIQ*) offen ist.

Dazu haben wir nun überlegt, eines (der zwei) Stockwerke im SANAA-Gebäude auf dem Gelände der Zeche-Zollverein den gesamten Samstag für FLTIQ*-Personen zu reservieren. Darüber hinaus können selbstverständlich auch außerhalb dieser Zeit Workshops angeboten werden, die nur für FLTIQ* (oder auch andere definierte Gruppen, wie z.B. Women of Color) offen sein sollen.

4) Rolle der Partei DIE LINKE

Ein weiterer Diskussionspunkt betraf die Rolle, die die Partei DIE LINKE auf dem Festival spielen wird. Als Veranstalter*innen möchten wir darauf hinweisen, dass die Rosa-Luxemburg-Stiftung – wie allgemein bekannt – die parteinahe Stiftung der Linkspartei ist. Es gibt also eine enge Verflechtung der inhaltlichen Arbeit der RLS sowohl mit den Zielen und Anliegen der LINKEN, als auch mit zahlreichen Personen, die teils prominente, aber weit überwiegend nicht-prominente Aktive der Partei sind. Sie bilden damit einen zentralen Bestandteil der ‚Mosaiklinken’ in Deutschland, die wir mit dem Festival erreichen wollen.

Gleichzeitig gibt es ein sogenanntes Distanzgebot, welches besagt, dass gemeinsame Veranstaltungen zwischen Stiftung und Partei nicht möglich sind. Insofern wird DIE LINKE nicht Mitveranstalterin des Festivals sein. Gleichwohl wird sie in separaten Räumen einige wenige, klar als solche ausgewiesene, Veranstaltungen anbieten und darüber hinaus Räume für den Austausch von LINKEN Frauen* auf dem Festival öffnen. Die RLS hofft ebenso darauf, parteiaktive (wie auch anderweitig organisierte) Frauen* als Referentinnen gewinnen zu können. Eine ‚Vereinnahmung’ des Festivals durch die Partei – wie als Befürchtung artikuliert – ist in dieser Konstellation schon allein rechtlich ausgeschlossen.

Tatsächlich spielen aber viele Mitglieder der LINKEN keinesfalls nur in der Vorbereitung des Festivals, sondern in zahlreichen feministischen Gruppen, Initiativen und Bewegungen eine zentrale Rolle – genannt seien hier beispielsweise die vielen regionalen und überregionalen Frauen*Streik- und 8. März-Bündnisse, Bündnisse für sexuelle Selbstbestimmung, Auseinandersetzungen von Pflegekräften und Erzieher*innen aber auch das Netzwerk Care Revolution selbst. Wir sehen das Festival insofern auch als Gelegenheit, die zersplitterte Linke über die (oftmals überhöhten) Grenzen von Partei auf der einen und Bewegung auf der anderen Seite, von NGOs hier und Gewerkschaften dort, oder von autonomen Gruppen im Verhältnis zu unterschiedlichen Formen der Organisierung hinweg ins Gespräch zu bringen. Wir hoffen sehr, dass das Festival dazu beitragen kann, hier wechselseitige Vorbehalte und Misstrauen abzubauen und freuen uns auf produktive und verbindende Diskussionen!

Wir möchten uns noch einmal bei allen für die offenen Rückmeldungen bedanken und sind auch weiterhin für Bedenken und Kritik ansprechbar.

Feministisch-solidarische Grüße,
das Vorbereitungsteam

++++ English ++++

Results from the open meeting in Essen

In order to open up the broadest possible opportunities for participation during the preparations for the festival, we organise open meetings in various regions of Germany. The first took place on 26.1. in Berlin, the second on 23.3. in Essen.

At this meeting, we discussed a number of points very intensively and agreed that we, as organizers, would once again get back to you as to how we would continue to work with the results of the discussion.

1) Compensation for expenses and fees

There was strong criticism that we (or the RLS as a large institution) did not generally take fees into account, as this excludes people affected by poverty and also does not acknowledge political work as work.

Following this discussion, we made some reallocations in the budget plan and found the following arrangements:

All in all, our main aim at the festival is for active and interested people to meet, exchange ideas and discuss how, for example, an emancipatory and feminist force can counter the worldwide right-wing threat. It is therefore our aim to facilitate a meeting that strengthens us among ourselves (empowerment) and has political added value. This is what we want to focus on. It is not so much a matter of professional services, as it is at other conferences, but a matter of a meeting on eye level.

We want to make it possible for people who are living precariously to participate by financing travel and accommodation. For many, even a short break from everyday life is a rare and important opportunity. In addition, however, we will now pay compensation for expenses for active contributions.

One* of the bridge builders*, Francis, accompanied us in this decision and also drew our attention to the shame that comes with asking for an expense allowance if it is not provided from the beginning. We have now changed this. If there are still any open questions, people can also contact Francis directly.

In addition, there are people who will offer something at the festival that they usually earn their money with. This includes artists* but also political educators*. We will pay them fees – as planned from the beginning.

We will continue to try to use our financial resources in such a way that, beyond the active contributors, as many people as possible can participate at low cost – for example, by travelling together by bus, by a bed exchange, by childcare and by offering as many different translation services as possible. This also costs a lot of money, but is politically very important to us.

2) Co-operation partners

A second point was the question of how those who offer workshops can become visible as contributors to the festival and not ‘disappear’ behind the big names of the organisers. To this end, we would like to make a list of cooperation partners* visible on the (emerging) website, as we did at the Care Revolution action conference in spring 2014. That is, all groups or initiatives that support the festival and its idea in an organizational or non-material way. It can look like this: https://care-revolution.org/gruppen/

So if you want to be a cooperation partner*you can contact us: femfest@rosalux.org

3) Role of the Party “DIE LINKE”

Another point of discussion was the role that the party DIE LINKE will play at the festival. As organizers* we would like to point out that the Rosa Luxemburg Foundation – as generally known – is the party foundation of the Party DIE LINKE. The work of the RLS is therefore closely intertwined with the aims and concerns of the party, as well as with numerous people, some of whom are prominent, but most of whom are not prominent active members of the party. They thus form a central component of the ‘mosaic leftists’ in Germany that we want to achieve with the festival.

At the same time, there is a so-called distance rule which states that joint events between the foundation and the party are not possible. In this respect, DIE LINKE will not be a co-organiser of the festival. Nevertheless, they will offer a few clearly designated events in separate rooms and will also open rooms for the exchange of Women* of the party at the festival. The RLS also hopes to be able to attract women* who are party-active (as well as otherwise organised) as speakers. A ‘capture’ of the festival by the party – as articulated as a fear – is legally excluded in this constellation alone.

In fact, however, many members of DIE LINKE do not only play a central role in the preparation of the festival, but also in numerous feminist groups, initiatives and movements – for example the many regional and supra-regional women’s*strike and 8 March alliances, alliances for sexual self-determination, disputes between carers and educators* but also the Care Revolution network itself. We also see the festival as an opportunity to bring the fragmented left across the (often exaggerated) borders of party on the one hand and movement on the other, of NGOs here and trade unions there, or of autonomous groups in relation to different forms of organization into conversation. We very much hope that the festival can contribute to breaking down mutual reservations and mistrust and we look forward to productive and unifying discussions!

We would like to thank everyone once again for their open feedback and we remain open to your concerns and criticism.

Feminist-solidary greetings,
The preparation team

++++ Español ++++

Resultados de la reunión abierta en Essen

Con el fin de abrir las más amplias posibilidades de participación durante la preparación del festival, organizamos encuentros abiertos en varias regiones de Alemania. La primera tuvo lugar el 26 de enero en Berlín, la segunda el 23 de marzo en Essen.

En esta reunión, discutimos intensamente y acordamos que como organizadoras*, les responderíamos cómo continuaríamos trabajando respecto a los resultados de la discusión.

1) Honorarios y compensaciones

Hubo fuertes críticas en relación a que la RLS -como una gran institución- no hubiera calculado el pago de honorarios dentro del presupuesto, ya que esto excluye a las personas afectadas por la pobreza y tampoco reconoce el trabajo político como trabajo.

Después de esta discusión, hicimos algunas reasignaciones presupuestarias y se acordaron los siguientes lineamientos:

Nuestro principal objetivo en el festival es que la gente activa e interesada se conozca, intercambie ideas y discuta cómo, por ejemplo, una fuerza emancipadora y feminista puede contrarrestar la amenaza mundial de la derecha. Por lo tanto, nuestro objetivo es facilitar un encuentro que nos fortalezca entre nosotrxs (empoderamiento) y que tenga un valor añadido político. Este es nuestro foco principal. No se trata tanto de servicios profesionales, como en el caso de conferencias, sino de un encuentro en el que todxs se miren a la altura de los ojos.

Queremos posibilitar que las personas que viven en condiciones precarias puedan participar, financiándoles el traslado y el alojamiento. Para muchxs, incluso un breve descanso de la vida cotidiana, es una oportunidad rara e importante. Adicionalmente, pagaremos una compensación por las contribuciones activas.

Francis, una de las personas activas en la construcción de puentes del equipo del festival, nos acompañó en esta decisión y también nos llamó la atención sobre la vergüenza que conlleva el pedir una compensación de gastos si no está contemplada desde el principio. Ahora hemos cambiado esto. Si todavía hay alguna pregunta abierta al respecto, puedes ponerte en contacto con Francis directamente.

Por otro lado, el festival contará con personas que presentarán/ofrecerán productos/servicios con los que normalmente ganan su dinero diario. Esto incluye a lxs artistas pero también a lxs educadorxs políticxs.  A éstos les pagaremos sus honorarios – como se había contemplado desde el principio-.

Seguiremos intentando utilizar nuestros recursos financieros de tal forma que, además de los contribuyentes activos, pueda participar el mayor número posible de personas a bajo costo, por ejemplo, viajando juntos en autobús, intercambiando camas, cuidando a lxs niñxs y ofreciendo tantos servicios de traducción como sea posible. A pesar del alto costo, ésto último es políticamente muy importante para nosotrxs.

2) Socios de cooperación

Otro punto fue la cuestión de cómo aquellos que ofrecen talleres pueden hacerse visibles como contribuyentes al festival y no “desaparecer” detrás de los grandes nombres de las instituciones organizadoras. Con este fin, nos gustaría publicar en el sitio web (en construcción) del festival, una lista de organizaciones cooperadoras, como hicimos en la conferencia de acción Care Revolution en la primavera de 2014. Es decir, una lista de todos los grupos o iniciativas que participen en el festival. Un ejemplo de cómo podría verse lo encuentras en el siguiente enlace: https://care-revolution.org/gruppen/

Así que si quieres convertirte en socix de cooperación, puedes ponerte en contacto con nosotrxs a través de femfest@rosalux.org

3) Habitaciones exclusivas para mujeres, lesbianas, transexuales, intersexuales y queer (MLTIQ*)

Desde el principio teníamos claro -como organizadorxs mixtxs que la reunión debía estar abierta a todos los sexos. Nuestra constructora de puentes Atlanta, también señaló que una restricción a FLTIQ* significaría una salida forzada para algunas personas. En la reunión, sin embargo, se expresó el deseo de que hubiera una zona temporal y/o espacialmente separada exclusivapara  mujeres,  lesbianas, transexuales, intersexuales y  queer (MLTIQ*).

En este sentido se reservará todo el sábado uno de los dos pisos en el edificio SANAA en el complejo Zeche-Zollverein para para el acceso exclusivo de MLTIQ*. Además, por supuesto, también se pueden ofrecer talleres fuera de este horario, que sólo están abiertos a MLTIQ* (u otros grupos definidos, como por ejemplo, mujeres de color).

4) Rol del partido DIE LINKE

Otro punto de discusión fue el papel que desempeñará el partido DIE LINKE en el festival. Como organizadorxs queremos señalar que la Fundación Rosa Luxemburg – como es sabido – es la fundación partidaria del partido de Izquierda. Por lo tanto, el trabajo del fundación está estrechamente entrelazado con los objetivos y preocupaciones del partido, así como con los numeros miembros del partido, algunos de los cuales son prominentes, pero cuya mayoría no lo es. De esta manera  representan un componente central y representan el mosaico de la izquierda en Alemania que queremos alcanzar en el festival.

Al mismo tiempo, existe la llamada norma de distancia entre el partido y la fundación, la cual establece que no es posible realizar eventos conjuntos entre la fundación y el partido. En este sentido, DIE LINKE no será coorganizador del festival. Sin embargo, ofrecerá algunos eventos claramente designados en salas separadas y también ofrecerá salas para el intercambio de mujeres del partido en el festival. La fundación espera también poder atraer a mujeres* activas en los partidos (así como organizadas de otra manera) como conferencistas. La “captura” del festival por parte del partido, frecuentemente expresada como miedo- queda excluida al tener en cuenta esta constelación.

Sin embargo, muchos miembros del partido no sólo desempeñan un papel central en la preparación del festival, sino también en numerosos grupos, iniciativas y movimientos feministas – por ejemplo, las numerosas alianzas regionales y suprarregionales de la huelga de mujeres* y del 8 de marzo, las alianzas para la autodeterminación sexual, las discusiones de lxs cuidadorxs y educadorxs*, pero también la propia red Care Revolution. En esta medida, vemos el festival también como una oportunidad para llevar a la conversación a la izquierda fragmentada más allá de las fronteras (a menudo exageradas) del partido, por un lado, y del movimiento por el otro; de las ONG aquí y de los sindicatos allá o de los grupos autónomos en contraposición con las diferentes formas de organización. Esperamos que el festival pueda contribuir a romper las reservas y la desconfianza mutua y esperamos que las discusiones sean productivas y unificadoras.

Nos gustaría agradecer una vez más a todxs por sus comentarios y seguimos pendientes de sus preocupaciones y críticas.

Saludos feministas y solidarios,

Equipo de Organización